Friedlicher Widerstand in einer demokratischen Diktatur

Wir leben in einem Staat mit sogenannter repräsentativer Demokratie, welche uns durch die in unserem Staat herrschenden Machteliten gern als Herrschaft der Volkes verkauft wird.  

Ausdruck dieser Machtausübung sind nach ihrer Definition regelmäßig durchgeführte Wahlen zur Bestimmung der Repräsentanten.
In Wirklichkeit hat sich der Gedanke der Volksherrschaft länst in eine Demokratie-Diktatur gewandelt, bei welcher lediglich aus einer vorgegebenen Parteien-Farbpalette, die des aktuellen Diktators gewählt werden kann.
 

Dieser wiederum ist nur beschränkt frei in seinen Entscheidungen, weniger gegenüber seinem Volk, wohl aber gegenüber gewissen Medien und vor allem Wirtschafts- und Finanzeliten rechenschaftspflichtig.  

 

Dies führt zwangsläufig zu einer Politik welche den Interessen der Wirtschaft- und Finanzelite dient und oft gegen die Interessen des Volkes gerichtet ist.

 

Da dieses System, im Gegensatz zu einer reinen Diktatur, seine Legitimation weniger aus der reinen Gewaltandrohung, sondern eher aus einer naiven Demokratie-Mystik, bequemlichkeitsbedingter Aktzeptanz/Ignoranz sowie finanzieller Systemabhängigkeit der beherrschten Massen gewinnt, findet zur Durchsetzung der Elitenziele ein erweitertes Spektrum an Durchsetzungsmaßnahmen statt.

 

 

 

Ein treffliches Bild für diesen gesellschaftlichen Zustand ist sicher das einer Herde Schafe.
Der Repräsentant der Herde, auch Schäfer genannt, hat von seinen Chefs ( im Hintergrund agierend und einen guten Fleischpreis erwarten) den Auftrag selbige zum Schlachthof zu führen.
 

 

 

Die Herde folgt ihm da sie jeden Tag die Farbe seines Umhanges bestimmen kann, da das Gras unter seinen Füßen immer grüner erscheint, weil es schon immer so war, und je schneller man ihm folgt könnte der nächste Grashalm saftiger sein als der des Nachbarn. Es reichen dem Schäfer auch ein paar wenige Hunde, welche dem Großteil der Herde die Grundrichtung vorgeben. Sie folgt von allein aus Angst, Bequemlichkeit und Ignoranz.

 

Einzelne ausscherende Widerstands-Schafe sind kein Problem. Sie werden sich verirren oder schnell wieder in die Herde zurückkehren wenn sie sich ihrer Einsamkeit bewusst sind. Denn die Herde funktioniert als Herde nur durch die Masse.  

 

Daher ist das einzige was es zu verhindern gilt das ein größerer Teil der Herde zu Wiederstand-Schafen wird. Überschreitet ein solcher Teil erst eine kritische Masse hätte er, auf Grund seiner Anziehung, das Potential die Hauptherde vom eingeschlagenen Weg abzubringen.

 

Ziel aller Gegenmaßnahmen der Eliten ist daher immer den Wiederstand so klein wie möglich zu halten. Sollte er trotzdem eine kritische Masse überschreiten wird durch entsprechende Gegenstrategien versucht sie durch Spaltung oder Teilung wieder zu verkleinern.  

 

Die Option der Gewaltanwendung steht dabei auch in einer Demokratie-Diktatur immer zur Disposition, wird aber in den meisten Fällen auf die verbleibenden Teile des Widerstandes, nach vorherigen gewaltfreien Spaltung- und Teilungsaktionen, angewendet werden.  

 

 

Für den Erfolg einer Widerstandsbewegung in einer Demokratischen Diktatur ist es von elementarer Bedeutung über eine kritische Masse zu wachsen. Diese ermöglicht einen effektiven Angriff auf die bestehenden Strukturen erst, da auch Demokratische Diktaturen die Unterstützung der Menschen, über die sie regieren, brauchen. Ohne deren Unterstützung können sie die Quellen ihrer politischer Macht nicht sichern und aufrechterhalten.
Dazu muss der Widerstand versuchen aus sich selbst heraus zu wachsen und die meist eher träge Masse der Bevölkerung zur Mitarbeit zu bewegen.

 

Ein zweiter Punkt ist durch Vernetzung mit anderen Widerstandsgruppen, welche ähnliche Themen besetzen, über einen Grundkonsens die Gemeinsamkeiten zu finden und Übereinstimmende Ziele für den gebündelten Widerstand festzulegen.

Dabei ist es von elementarer Bedeutung abweichende Vorstellungen und Ansichten unbedingt aus der Zusammenarbeit auszuklammern und als jeweils eigene Positionen der Teilgruppen zu akzeptieren und sich nur auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren. Es sind genau diese, wie bereits oben beschrieben, welche das diktatorische System für den Versuch der Spaltung und klein halten des Widerstandes zu nutzen versuchen wird.   

Die grundlegenden Angriffsziele für den gemeinsamen Widerstand werden bereits durch die das System tragenden Eckpfeiler vorgegeben.

 

 

 

Werden einzelne dieser Eckpfeiler angegriffen und  verweigern hinreichend große Teile der Bevölkerung die Zusammenarbeit, so verringert das die Verfügbarkeit der Machtquellen, von denen das System abhängt.

Weitere Schwachstellen der Demokratischen Diktatur welche sich als Ansatzpunkte bezüglich friedlichen Widerstandes eigenen sind:

-    Interne Ineffizienzen,

-    persönliche Rivalitäten innerhalb des Systems,

-    institutionelle Defizite sowie

-    Konflikte zwischen Organisationen und Abteilungen.

Diese Schwachstellen können dazu führen, dass das System an Effektivität verliert und anfälliger gegenüber veränderten Bedingungen und gezieltem Widerstand wird.

Methoden des gewaltlosen Vorgehens

Meist erschöpft sich der gewaltlose Widerstand heute bereits in einzelnen Demonstrationen und Mahnwachen. Diese stellen aber nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten des Widerstandes dar und reichen für eine Systemänderung oder hinreichendes Wachstum der Bewegung meist nicht aus.

Eine Teilübersicht des Spektrums weiterer Perspektiven ist im Folgenden dargestellt. Sie lassen sich grob in folgende Teilbereiche unterteilen:

    Protest

    Nichtzusammenarbeit

    Intervention    

Die Methoden gewaltlosen Protests und gewaltloser Überredung

 

Die Methoden Nichtzusammenarbeit

 

Die Methoden gewaltloser Intervention

 

Quelle : „Von der Diktatur zur Demokratie“ von Gene Sharp

 

 

 

 

 

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